FH Dortmund – Miss Read

FH Dortmund

Das Designstudium an der FH Dortmund
ist ein Projektstudium. Die Projekte reichen von experimenteller Gestaltung, sei es mit dem Computer, AI, dem Pinsel, der Kamera oder dem Mikrophon, bis hin zu professionellen Kooperationen mit Partnern aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft.

Aus der engen Vernetzung von Gestaltung, Technik, Wissenschaft entstehen praxisnahe, vielschichtige studentische Arbeiten. Filmdrehs im professionell eingerichteten Filmstudio, Modell- und Prototypenbau in unseren Werkstätten, die Arbeit in einem der bestausgestatteten Fotostudios an deutschen Hochschulen, das professionelle Gestalten und Umsetzen von Buchprojekten oder die komplette Vertonung von Film-Soundtracks im Surround-Tonstudio sind ebenso möglich, wie die Mitarbeit beim Ausrichten wissenschaftlicher Symposien oder bei der Verwirklichung großer internationaler Ausstellungsprojekte.
Das Studium am Fachbereich Design ist international ausgerichtet. Wir fördern internationale Zusammenarbeit und die Mobilität unserer Studierenden durch regen Austausch mit Partnerhochschulen in Australien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Holland, Indien, Israel, Italien, Kuba, Tschechien, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, Ungarn und den USA und internationale Exkursionen.

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The design program at the FH Dortmund
is a project study. The projects range from experimental design, be it with the computer, AI, the paintbrush, the camera or the microphone, to professional cooperation with partners from culture, business and science.

The close networking of design, technology and science results in practical, multi-layered student work. Film shoots in a professionally equipped film studio, model and prototype construction in our workshops, work in one of the best-equipped photo studios at German universities, the professional design and implementation of book projects or the complete sound recording of film soundtracks in the surround sound studio are just as possible as collaboration in the organization of scientific symposia or in the realization of large international exhibition projects.
The studies at the Department of Design are internationally oriented. We promote international cooperation and the mobility of our students through active exchange with partner universities in Australia, Denmark, France, Great Britain, Holland, India, Israel, Italy, Cuba, Czech Republic, Norway, Austria, Poland, Portugal, Sweden, Switzerland, Spain, Hungary and the USA and international excursions.
über Grenzen gehen
Charlotte Wächter, über Grenzen gehen, Fh Dortmund, FB Design, 2022 © Charlotte Wächter

Während ich darüber nachdenke, wie ich einen möglichst galanten Einstieg in ein Thema formulieren soll, welches von derartiger Entmenschlichung spricht, weiß ich nur, dass ich nicht einfach nur Fakten runterrattern kann, die wir eigentlich alle längst kennen könnten. Mir bleibt das Gefühl, dass der einzige Weg, über Flucht zu sprechen, bzw. zu schreiben, von mir fordert, mich unentwegt meiner Perspektive zu stellen; zu wissen, dass – egal, wie tiefgehend ich mich informiere – ich das Grauen nie selbst erlebt haben werde, dass der Schmerz, den ich finde, nicht meiner ist. Ich meine damit: Von den Dingen, die ich mir angelesen habe, die mich vielleicht sowas wie woke machen würden, zurückzutreten und mich nicht darzustellen, als wüsste ich, was eine Flucht für einen Menschen bedeutet. Was ich aber sagen kann ist, dass das, was an unseren Grenzen passiert, mich die Rechtsstaatlichkeit in Europa infrage stellen lässt. Es gibt keine Menschenrechte an den Außengrenzen der EU, das ist offenkundig.
Die Entmenschlichung an den Grenzen lässt sich so auch auf andere Formen der staatlichen Machtausübung gegenüber einer geflüchteten Person übertragen. Das bedeutet: Wenn ein Staat seine Souveränität gegenüber einer Person ausübt, die innerhalb dieses Staates (oder der EU) keine Bürger*innenrechte hat, spricht der Staat dem Menschen in doppeltem Sinne alle Rechte ab, da der Staat von seiner doppelten Übermacht Gebrauch macht. Dies passiert auch in Asylverfahren und Gerichtsprozessen zu Aufenthaltsrechten, wenn schutzbedürftige Menschen dem unterliegen, was der Staat über ihren Verbleib entscheidet. Sie haben in diesem Moment keine Entscheidungsgewalt über ihren Verbleib und keine Bewegungsfreiheit. Aus diesem Grund dienen eingescannte Formulare im Buch (über Grenzen gehen) als Insignium dieser staatlichen Machtausübung auf das schutzsuchende Individuum.
Über den Scanner gezogene Formulare, wie auch computergeneriertes Bildmaterial greifen visuell die Dramatik dieses Verfahrens auf.
Die abgebildeten Interviews entwerten in ihrem Auftreten das Formular und ordnen es der persönlichen Geschichte unter.
(über Grenzen gehen) zeigt drei individuelle Erzählungen von geflüchteten Menschen, welche mit etwas Glück bei der Leser*in ein Gefühl davon hinterlassen, wie sein kann, über Grenzen zu gehen.

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